Gehörlose Kinder singen pakistanische Volkslieder

Medizinische Hilfe aus Münster

Anfang dieser Woche konnte die Humanity Care Stiftung wieder eine umfangreiche Containerladung mit Hilfsgütern per Luftfracht nach Nord-Pakistan schicken. Die Sendung enthält neben einer großen Zahl von Medikamenten, Ultraschallgeräte, zahnärztliche Hilfsmittel, Rollstühle und dieses Mal auch hochwertige Geräte für ein Zentrum für 140 sprachgestörte und gehörlose Kinder und Jugendliche in der Stadt Mardan.

Seit einem Jahr hat die Stiftung auch die Betreuung dieses Zentrums übernommen. "Mit viel Liebe und noch mehr Einfühlungsvermögen kümmern sich die Leiterin und ihre Helfer um die Jungen und Mädchen, die oft in ihren Familien nicht verstanden werden, häufig ausgestoßen sind und ein einsames Leben fristen. Dabei nutzen sie uraltes Gerät, das in Deutschland bereits vor dreißig Jahren auf dem Müll gelandet wäre", erklärt Folker Flasse, Präsident der Humanity Care Stiftung, die Situation vor Ort. "Bei unserem letzten Besuch in Mardan hatten einige Kinder eine kleine Vorführung vorbereitet. Dabei begrüßten uns Gehörlose mit Worten, die sie selbst nicht hören konnten. Schließlich sangen sie sogar einige Volkslieder für uns", ergänzt Hanne Janotta, Projektmanagerin der Stiftung, den Bericht, "uns standen die Tränen in den Augen".

Bei der Beschaffung der Geräte ist die Stiftung besonders durch Professorin Dr. am Zehnhoff-Dinnesen, Direktorin der Klinik für Phoniatrie bei den Uni-Kliniken Münster, unterstützt worden. So konnte sie neben einigen Geld- und Sachspendern auch das Akustik-Unternehmen autec für die gute Sache mobilisieren. Ein besonderes High-Tech-Gerät, das sich ebenfalls auf dem Weg nach Islamabad befindet, dient der Diagnose von Gehördefiziten bei Neugeborenen. So können Babys mit Gehörschäden sehr frühzeitig behandelt werden. Dies wäre alles ohne die Hilfe aus Münster nicht möglich.

"Wann immer wir in Pakistan über Land fahren, treffen wir in den Dörfern und Städten auf unbeschreibliche Not. Sei es in einer psychiatrische Klinik in Peshawar mit über 300 Patienten, in einem Heim für Polio-geschädigte Kinder in Mardan, das nur so dahin vegetiert, in Waisenhäuser im Erdbebengebiet von Kashmir, in Flüchtlingslager mit Obdachlosen aus Afghanistan oder dem indisch besetzten Teil von Kashmir, in miserabel ausgestatteten Krankenhäusern, in denen die Ärmsten der Armen Schlange stehen oder wir treffen Kranke, die sich überhaupt keine Behandlung leisten können," berichtet Folker Flasse weiter. 40 Prozent der Menschen leben in dem Land unter der Armutsgrenze. Dies ist aber eine Grenze, die mit deutschen Maßstäben nicht vergleichbar ist.

Spendenkonto: Volksbank Münster, Konto 523 838 400, BLZ 401 600 50